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Porsches radikale Kehrtwende: warum Zuffenhausen 2026 zurueck zum Verbrenner rudert

business2026-08-24 · 3 min read · 0 reads

Porsche vollzieht 2026 eine der aufsehenerregendsten Kehrtwenden der Autobranche und setzt wieder verstaerkt auf Verbrenner. Ich erklaere, was hinter dem Strategiewechsel steckt, welche Modelle betroffen sind und warum der Gewinn dramatisch eingebrochen ist.

Als jemand, der die Autoindustrie seit Jahren beobachtet, kann ich sagen, dass es selten eine so aufsehenerregende Kehrtwende gab wie die, die Porsche gerade vollzieht. Ausgerechnet die Marke, die lange als Vorreiter der sportlichen Elektromobilitaet galt, rudert nun spuerbar zurueck und setzt wieder verstaerkt auf den guten alten Verbrennungsmotor.

Diese Nachricht hat mich als Beobachter wirklich aufhorchen lassen, denn sie ist weit mehr als eine kleine Kurskorrektur. Sie ruettelt an einem Versprechen, das viele Hersteller in den vergangenen Jahren gegeben hatten, und sie zeigt, wie schwierig der Weg in die rein elektrische Zukunft in der Realitaet tatsaechlich geworden ist.

Der grosse Strategiewechsel

Konkret hat der fruehere Porsche-Chef Oliver Blume die einst sehr ehrgeizigen Elektroziele kassiert und stattdessen eine Rueckkehr zum Verbrenner angekuendigt. Das ist ein bemerkenswerter Bruch mit der bisherigen Linie, denn noch vor Kurzem galt die volle Elektrifizierung des Portfolios als das erklaerte und kaum verhandelbare Ziel des Konzerns.

Untermauert wird dieser neue Kurs von Michael Leiters, der im Januar 2026 den Chefposten uebernommen hat. In einem vielbeachteten Interview im Juli 2026 brachte er die Lage schonungslos auf den Punkt und machte deutlich, dass Porsche in seiner heutigen Form allein nicht ueberleben koenne. Deutlicher kann man den Ernst der Situation kaum formulieren.

Fuer mich steckt hinter diesem Satz die ehrliche Einsicht, dass sich der Markt anders entwickelt hat als geplant. Die Nachfrage nach reinen Elektroautos im hochpreisigen Segment blieb hinter den Erwartungen zurueck, und gleichzeitig setzen Absatzprobleme in wichtigen Maerkten wie China der Marke stark zu, sodass ein Umdenken schlicht unvermeidlich wurde.

Diese Modelle sind betroffen

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt kuenftig wieder starker auf den klassischen Verbrennungsmotor, statt allein auf die reine Elektromobilitaet.
Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt kuenftig wieder starker auf den klassischen Verbrennungsmotor, statt allein auf die reine Elektromobilitaet.

Besonders anschaulich wird die Kehrtwende beim Blick auf einzelne Baureihen. Am deutlichsten zeigt sich der Wandel beim 718, also den beliebten Modellen Boxster und Cayman. Diese kommen nun eben nicht als reine Elektroautos auf den Markt, sondern die naechste Generation wird weiterhin auch mit klassischen Verbrennungsmotoren angeboten werden.

Aehnliches gilt fuer die wichtigen Baureihen Macan und Cayenne, die kuenftig parallel als Elektro- und als Verbrennervariante angeboten werden sollen. Eine neue Verbrennerversion des Macan wird dabei nach aktuellem Stand erst um die Jahre 2028 oder 2029 herum erwartet, was zeigt, wie langfristig dieser Kurswechsel angelegt ist.

Diese Doppelstrategie halte ich fuer nachvollziehbar, auch wenn sie teuer ist. Statt sich auf eine einzige Antriebsart festzulegen, will Porsche seinen Kunden kuenftig wieder die Wahl lassen und so flexibel auf die tatsaechliche Nachfrage reagieren koennen, anstatt starr an einem Plan festzuhalten, den der Markt nicht mittraegt.

Der Preis der Neuausrichtung

Doch eine solche Neuausrichtung gibt es nicht zum Nulltarif, und die Zahlen sprechen eine drastische Sprache. In den ersten neun Monaten lag das operative Ergebnis bei nur noch 40 Millionen Euro, ein Einbruch um sagenhafte 99 Prozent gegenueber den rund 4 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Diese Dimension hat selbst mich ueberrascht.

Ein solcher Gewinneinbruch ist naturlich schmerzhaft, und Porsche opfert hier bewusst kurzfristige Rendite fuer den langfristigen Umbau. Um gegenzusteuern, haelt der Konzern an seinen Gewinnzielen fest und plant bereits ein zweites Effizienzprogramm, um die Kosten in den Griff zu bekommen und wieder auf einen profitablen Pfad zurueckzukehren.

Am Ende laeuft alles auf eine neue Drei-Saeulen-Strategie hinaus, die aus Verbrennern, Plug-in-Hybriden und rein elektrischen Fahrzeugen besteht. Dieser breitere Ansatz soll die Widerstandsfaehigkeit des Unternehmens gegen schwankende Maerkte staerken, und genau darin sehe ich den eigentlichen Kern der ganzen Entscheidung.

Fuer mich ist Porsches Kehrtwende ein Lehrstueck ueber die Realitaeten der Mobilitaetswende. Sie zeigt, dass der Wandel selten geradlinig verlaeuft und dass selbst die staerksten Marken flexibel bleiben muessen. Ich werde weiter genau verfolgen, ob dieser mutige Schritt zurueck am Ende ein kluger Schritt nach vorne war.

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