Marius KellerVIEW PROFILE →
Kommt das Aus vom Verbrenner-Aus? Was 2035 wirklich fuer Autofahrer bedeutet
Das Verbrenner-Aus 2035 galt lange als beschlossen, doch nun wird die strenge Regel deutlich aufgeweicht, und E-Fuels sollen eine Hintertuer bekommen. Ich erklaere ohne Aufregung, was wirklich auf dem Tisch liegt und was das fuer uns Autofahrer bedeutet.
Autos sind meine Leidenschaft, und kaum ein Thema bewegt die Branche derzeit so sehr wie die Frage, was im Jahr 2035 wirklich mit dem Verbrennungsmotor passiert, denn was lange als endgueltig beschlossen galt, ist ploetzlich wieder in Bewegung geraten und sorgt fuer viel Verwirrung bei Autofahrern.
Genau deshalb moechte ich hier ohne Aufregung und ohne Panikmache erklaeren, was aktuell tatsaechlich auf dem Tisch liegt, denn zwischen reisserischen Schlagzeilen und der komplizierten Realitaet in Bruessel liegt oft ein grosser Unterschied, den man kennen sollte, bevor man das naechste Auto kauft.
Aus dem strengen Verbot wird ein Ziel
Der entscheidende Wendepunkt kam im Dezember 2025, als die EU-Kommission vorschlug, die bis dahin sehr strenge Regel deutlich abzuschwaechen, denn statt der urspruenglich geforderten hundertprozentigen Reduktion des Kohlendioxidausstosses sollen es nun nur noch neunzig Prozent im Vergleich zum Niveau von 2021 sein.
Das klingt technisch, hat aber grosse Folgen, denn die verbleibenden zehn Prozent koennen ueber andere Massnahmen wie gruenen Stahl oder eben klimaneutrale Kraftstoffe ausgeglichen werden, was bedeuten wuerde, dass Plug-in-Hybride und sogenannte Range-Extender auch nach 2035 weiter verkauft werden duerften.
Ganz wichtig ist mir dabei die Einordnung, dass noch nichts davon endgueltig entschieden ist, denn es handelt sich zunaechst um Vorschlaege, ueber die weiter verhandelt wird, und eine finale Entscheidung ueber all diese Aenderungen wird erst fuer den Herbst dieses Jahres erwartet.
Die Hintertuer der E-Fuels

Ein besonders umstrittener Punkt ist die geplante Ausnahme fuer die sogenannten E-Fuels, denn es soll eine voellig neue Fahrzeugkategorie geschaffen werden, die es erlaubt, auch nach 2035 noch neue Verbrenner zuzulassen, sofern diese ausschliesslich mit solchen klimaneutralen synthetischen Kraftstoffen betrieben werden.
Fuer Fans des klassischen Motorenklangs klingt das zunaechst wie eine Rettung, doch als jemand, der die Technik erklaert, muss ich ehrlich sein, denn E-Fuels sind bisher sehr teuer, mit Preisen von rund fuenf Euro pro Liter, und zugleich energetisch ziemlich ineffizient in der Herstellung.
Deshalb sind diese synthetischen Kraftstoffe fuer den Massenmarkt aktuell keine bezahlbare Loesung, sondern eher eine Nische, etwa fuer bestehende Fahrzeuge, Oldtimer oder spezielle Anwendungen, und wer glaubt, damit guenstig einen neuen Verbrenner ueber 2035 hinaus retten zu koennen, duerfte enttaeuscht werden.
Politisch hat vor allem die deutsche Bundesregierung auf diese Aufweichung gedraengt, und in der oeffentlichen Wahrnehmung entstand dadurch schnell der Eindruck, das Verbrenner-Aus sei komplett gekippt, obwohl die Wahrheit deutlich differenzierter und noch keineswegs in Stein gemeisselt ist.
Was das fuer Autofahrer heisst
Fuer uns als Autofahrer bedeutet das vor allem eines, naemlich Gelassenheit statt Hektik, denn niemand muss jetzt in Panik schnell noch einen Verbrenner kaufen oder umgekehrt ueberstuerzt umsteigen, weil die Rahmenbedingungen erst im Herbst wirklich klarer werden und sich bis dahin noch einiges verschieben kann.
Mein Fazit ist deshalb nuechtern, denn die Richtung hin zu weniger Emissionen bleibt bestehen, aber der Weg dorthin wird flexibler und pragmatischer gestaltet, und genau diese Entwicklung werde ich fuer euch weiter aufmerksam verfolgen, damit ihr eure naechste Kaufentscheidung auf Fakten und nicht auf Schlagzeilen stuetzen koennt.






